Erstellung einer flexiblen Personalstrategie

Eine innovative Unternehmensstrategie erfordert eine flexible Personalstrategie. Flexibilität kann heißen, dass auch Leiharbeit und die Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsfirmen immer häufiger ein Bestandteil einer innovativen Personal-strategie wird. In schnelllebigen Branchen, wie z. B. Branchen mit hohem Technologiebezug, nutzen hochqualifizierte Fachkräfte beispielsweise in den USA gerne den regelmäßigen Arbeitsplatzwechsel zur Erweiterung und Aktualisierung ihrer Qualifikation. Dieser häufige Arbeitsplatzwechsel kann die Flexibilität und Kreativität der Mitarbeiter steigern und sollte auch in Deutschland vermehrt genutzt werden. Zu beachten sind allerdings die Fluktuationskosten, die für die Unternehmen bei einer flexiblen Personalpolitik entstehen. Dazu zählen Kosten der Personalsuche (Personalberater, Stellenanzeige etc.), Auswahlkosten (Sichtung der Bewerbungsunterlagen, Bewerbungsgespräche, Test- und Auswahlverfahren), Einarbeitungskosten einschließlich notwendiger Qualifizierungen und Kosten für verringerte Arbeitsproduktivität in der Anfangszeit. Bei einer innovativen Personalstrategie ist es wichtig, eine gute Balance zwischen Flexibilität und Mitarbeiterbindung zu erzielen, um das Kosten-Nutzen-Verhältnis ausgeglichen zu halten. Die Entwicklung einer Personalstrategie sollte sinnvollerweise in aufeinander abgestimmten und konsistenten Schritten erfolgen."

 

 

Innovationscontrolling

Controlling wird oft mit Kontrolle gleichgesetzt. Übersetzt heißt Controlling jedoch steuern und regeln. In diesem Sinne verstehen sich die nachfolgenden Ausführungen. Wie bei der Steuerung ganzer Unternehmen können auch beim Innovationsmanagement Kennzahlen die Planung, Steuerung und Überwachung von Innovationsvorhaben unterstützen und so die Effizienz und die Effektivität der eingesetzten Ressourcen erhöhen. Viele dieser Kennzahlen sind mit vergleichsweise geringem Aufwand zu implementieren und geben Aufschluss darüber, ob und wie erfolgreich die Innovationsbemühungen des Unternehmens sind, abseits von monetären Aspekten, die sowieso auf die eine oder andere Art erfasst werden. Auf diesem Wege lassen sich leichter Stellhebel finden, mit denen das Innovationsmanagement verbessert werden kann.

 

Zum Innovationscontrolling gehört es somit, regelmäßig und systematisch nach Ursachen zu suchen, die die Innovationsbemühungen stören. Nur wenn diese Innovationshemmnisse bekannt sind, lassen sich geeignete Gegenmaßnahmen initiieren. Letztendlich sollte mittels des Innovationscontrollings auch darauf geachtet werden, dass das geistige Eigentum des Unternehmens geschützt ist und nicht bspw. durch Datendiebstahl von fremden Unternehmen willkürlich und widerrechtlich genutzt werden kann."

 

 

Finanzierung von Innovationen

"Aufgrund der begrenzten Möglichkeit von Eigen- sowie Fremdfinanzierung im Mittelstand bieten Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU eine weitere wesentliche Finanzierungsquelle für Innovationen und F&E. Diese Förderprogramme haben das Ziel, die Finanzierungslücken von Innovations-vorhaben bei KMU zu schließen. In der Praxis findet sich hierbei eine große Auswahl von Förderinstrumenten. Dem Mittelstand können sogenannte verlorene Zuschüsse zur Finanzierung ihrer Innovationen gewährt werden, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, besonders zinsgünstige Darlehen zu vergeben, die zwischen 1 bis 3% unter dem marktüblichen Zinssatz liegen. Des Weiteren können Steuervergünstigungen als Investitions-anreize gewährt und damit unternehmerische Innovationen gefördert werden. Ein weiteres Förderungsinstrument stellen Bürgschaften dar. Hierbei wird den KMU ermöglicht, Fremdkapital trotz geringer Sicherheiten aufzunehmen. Als letzte Möglichkeit dient die offene bzw. stille Beteiligung als Zuwendungsform. In der Praxis haben sich komplexere Finanzierungsmodelle durchgesetzt, die oftmals eine Mischform dieser Zuwendungen vorsehen. Um öffentliche Fördermittel zu erhalten, könnte das Unternehmen dazu verpflichtet werden, sein geistiges Eigentum zu veröffentlichen (z. B. Veröffentlichung des Projektantrags oder wichtiger Projektergebnisse). Darüber hinaus fallen zum Erhalt einer öffentlichen Förderung im Unternehmen sogenannte Compliance costs an. Diese können direkte Kosten (bspw. Kosten für die Erstellung eines Antrags usw.) und Opportunitätskosten enthalten. In der Praxis wird eine Vielzahl von Förderprogrammen angeboten, die zum Teil regional oder branchenspezifisch gebunden sind."

 

 

Innovationsfördernde Unternehmenskultur

Für die Innovationsfähigkeit der Mitarbeiter ist wichtig, dass sie sich nicht nur mit ihrem Fachgebiet auseinandersetzen, sondern ebenso mit betrieblichen und marktbezogenen Inhalten, die für das Unternehmen relevant sind. Kennen sich die Mitarbeiter nicht mit der unternehmensspezifischen Situation aus, können sie zwar innovative Ideen entwickeln, diese passen dann aber u.U. nicht zu der Unternehmensstrategie oder den Marktanforderungen und können somit nicht ökonomisch verwertet werden. Ein weiterer Aspekt ist das Vertrauen und die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. 56% der Mitarbeiter im mittleren Management gaben bei einer Befragung der Beratungsgesellschaft Accenture an, keine Wertschätzung ihrer beruflichen Leistung zu erfahren. Jedoch sind Unternehmen, deren Mitarbeiter sich mit den Unternehmenszielen identifizieren, nachweislich erfolgreicher. Mangelnde Wertschätzung hat somit einen direkten Einfluss auf die Wertschöpfung und auch auf die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens. Innovationsfähigkeit setzt zudem eine Unternehmenskultur voraus, in der die Mitarbeiter Vertrauen erfahren und in der ihnen zum einen Freiräume sowie Autonomie zugestanden werden und zum anderen Lernprozesse und eine offene Kommunikation unterstützt werden. Auch eine ausgewogene Work-Life-Balance kann die Innovationsfähigkeit fördern. Die Mitarbeiter sind zufriedener und stellen dem Unternehmen gerne ihre Arbeitskraft zur Verfügung, wenn sie im Gegenzug Privat- und Berufsleben besser koordinieren können.

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
Impressum © 2016 Martin Kaschny und Matthias Nolden